Klasse IV Restauration Schneidezahn 11

Behandlungsprotokoll und Workflow.

Eine 9-jährige weibliche Patientin erschien in der Praxis mit unkomplizierter, traumatischer Frontzahn-Fraktur nach einem Treppensturz. Der zunächst erstellte Therapieplan war es, eine provisorische Klasse IV-Versorgung durchzuführen, um verlorengegangene Schmelz- und Dentin Substanz zu ersetzen und damit die Kaufunktionen wiederherzustellen.

Dr. Pawel Paszkiewicz Dr. Pawel Paszkiewicz, Estetique Clinic, Polanicza Stroj, Poland

Vier Jahre nach der Verletzung erschien die inzwischen 13-jährige Patientin erneut, um die provisorische Restauration durch eine definitive Versorgung ersetzen zu lassen. (Bild 1)

Dabei war es der Wunsch der Patientin, anstelle einer indirekten prothetischen Versorgung mit einer Krone oder Teilkrone, eine direkte Composite-Restauration durchführen zu lassen. Für diesen anspruchsvollen Fall habe ich entschieden, Harvard UltraFill zu verwenden. Um basierend auf der Ausgangssituation die Form von Zahn und Inzisalkante zu bewahren, wurde zunächst eine palatinale Silikon-Abformung erstellt (Harvard PremiumSil Putty Soft). Die so gewonnene präzise Abformung ergab einen guten Überblick über die spätere Form, Position und Stellung des zu restaurierenden Zahnes. (Bild 2)

vor und nach der Restauration Vor und nach der Restauration

Eine absolute Trockenlegung wurde mittels Kofferdam sichergestellt. Dann wurde der provisorisch versorgte Zahn gereinigt, altes Composite entfernt, und die Schmelzränder angeschrägt, um größere Klebeflächen zu erhalten. Durch Einpassung des Zahnes in die Silikon-Abformung wurden die Abmaße der zu ersetzenden Dentin- und Schmelzsubstanz deutlich. Die benachbarten Zähne 21 und 12 wurden mit einer Teflon-Folie überdeckt und somit isoliert. Die Schmelz-Ätzung geschah mit einem thixotropen Ätzgel, das mühelos genau platziert werden konnte, ohne zu verlaufen. Palatinal wurde eine Schale mit dem 70 % opaken Harvard UltraFill INC anmodelliert, die die Basis des restaurativen Aufbaus darstellte. (Bild 3)

Mit einer transparenten Kunststoffmatritze konnten die approximalen Kontaktpunkte bereits festgelegt werden; diese wurden jedoch noch nicht final ausgearbeitet. Auf die palatinale Inzisalschale wurden anschließend Mamelons aufmodelliert, wobei ein Composite in Dentin-Opazität (90 %) verwendet wurde (Harvard UltraFill A1D). Da die natürliche Zahnfarbe der Patientin A1 ist, wurde bereits für die Mamelons diese Farbe gewählt. (Bild 4)

Die darauffolgende finale Schicht über den Mamelons erfolgte in Schmelz-Opazität (80 %) mit Harvard UltraFill A1E. Die Inzisalkante wurde wiederum mit Harvard UltraFill INC gestaltet. (Bild 5)

Um eine perfekte natürliche Ästhetik zu erhalten, wurden einige Korrekturen der sekundären Anatomie durchgeführt. Dann erfolgte die Ausarbeitung und eine Hochglanzpolitur, u. a. mit Hilfe von Finierstreifen im Approximalbereich. Anschließend wies die labiale Fläche des restaurierten Zahnes 11 gegenüber dem benachbarten 21 noch einige abweichende Details auf, die eine 3. Anatomie-Korrektur erforderlich machten.

Nach Abschluss dieser Korrekturen waren die Restaurationsränder absolut unsichtbar. Dies ist ebenso der Opaleszenz von Harvard UltraFill zuzuschreiben, wie der Tatsache, dass der Lichtbrechungsindex von Füllern und der Matrix des verwendeten Composites der typischen Lichtbrechung des Schmelzes gleichkommt. Der Chamäleon-Effekt ermöglicht zudem eine perfekte Anpassung von Harvard UltraFill an die vorhandenen natürlichen Zahnfarben. (Bild 6)

Frontalzahn Fraktur
Bild 1
Ausgangssituation mit Frontzahn-Fraktur.
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Bild 2
Entfernen des alten Composites, Silikonabformung.
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Bild 3
Palatinal wurde eine Schale anmodelliert als Grundlage für die Restaurierung.
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Bild 4
Mamelons wurden mit Dentin Composite aufgearbeitet (90 % Opazität). – Harvard UltraFill A1 D.
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Bild 5
Finale Schicht auf die Mamelons mit Schmelzopazität (80 %) (Harvard UltraFill A1 E) und einer Inzisalkante aus Harvard UltraFill INC.
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Bild 6
Nach der anatomischen 3D Korrektur.